Liebe Mitglieder, liebe Gäste und Fans,
endlich können wir euch ein Update zur aktuellen Situation und Zukunft des Slow Club e.V. geben. Die Gerüchteküche brodelt seit Monaten, viele Fragen waren offen, wir haben uns zwischen Aktivismus und Verzweiflung, Trotz und Hoffnung bewegt. Doch jetzt gibt es gute Neuigkeiten!
Zum Hintergrund:
Das Areal Haslacherstraße 25, auf dem wir mit dem Slow Club unsere notwendigen kulturellen Maßnahmen auf die Bühne bringen, hat seit dem 1. Januar 2026 mit der Ergon Immo GmbH eine neue Eigentümerin. Dem Unternehmen gehört seit 2006 auch das angrenzende Kulturpark-Gelände, wo sich neben einem Hochhaus mit Büros, Studios und Räumen für die Jazz- und Rockschulen (JRS), die Spielstätte Südufer und die Werkstatt des Jugendhilfswerks, des ArTik e. V. sowie die Projektwerkstatt Kubus3 e. V. befinden.
Die Ergon Immo GmbH plant nun eine Erweiterung des bereits existierenden Kulturparks zu einer „Kulturmeile“. Diese Erweiterung soll durch einen Abriss der hinteren Gebäude des ArTik e.V., JRS und Kubus3 e.V. entstehen. Sie sollen durch einen mehrstöckigen Neubau „für Kunst, Kultur und Gewerbe“ inkl. Tiefgarage ersetzt werden – alles hochpreisig und schick.
Ursprünglich war auch geplant, den Slow Club sowie die umliegenden Hallen abzureißen und den Neubau über die zwei Grundstücke zu ziehen. Das Angebot, perspektivisch in die Räumlichkeiten im geplanten Neubau einzuziehen, wurde uns unterbreitet. Wir haben das Angebot eingehend und sorgfältig geprüft und abgewogen – konnten uns aber letztendlich nicht dafür entscheiden und haben der Ergon Immo GmbH eine Absage erteilt.
Unsere Gründe für die Absage:
Die Miete wäre im Neubau deutlich höher als bisher. Um sie zu stemmen, hätten wir unsere Eintrittspreise erhöhen müssen. Das aber würde nicht unserem Vereinszweck der notwendigen kulturellen Maßnahmen sowie dem Spirit des Slow Club Freiburg entsprechen. Denn wir wollen die Barrieren so niedrig wie möglich halten: finanziell, sozial und kulturell.
Auch in unserer Programmgestaltung wollen wir unabhängig bleiben und die Künstler*innen nicht nach kommerziellen Gesichtspunkten auswählen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass uns keine Zwischenlösung für die ca. dreijährige Bauzeit in Aussicht gestellt wurde. Ein Stillstand unseres Kulturangebotes sowie eine ungleich höhere finanzielle Belastung bei annähernd gleicher Kapazität können und wollen wir nicht tragen.
Und jetzt?
Vermutlich war unsere Absage nicht der einzige Grund, aber die Ergon Immo GmbH hat nun ihr Projekt noch einmal überdacht und ein neues Konzept vorgeschlagen: Die geplante Kulturmeile wird in zwei Bauabschnitte unterteilt. Die Haslacherstraße 25, inklusive des Gebäudes des Slow Club e.V., liegt nun im zweiten Bauabschnitt – welcher frühestens nach Beendigung des ersten Abschnittes in Angriff genommen werden wird.
Für uns bedeutet das eine Verlängerung unseres Mietvertrages um weitere drei Jahre. Vielleicht werden es auch mehr, Bauvorhaben können sich gerne mal hinziehen. Freude, Erleichterung, uns sind riesengroße Steine von den Herzen gerumpelt!
Und noch mehr: Dadurch, dass die angrenzenden Hallen auf dem Gelände aufgrund der Kündigung bereits leer stehen (die Mieter*innen haben sich schon eine Alternative gesucht), können wir sogar noch eine weitere Fläche zur künstlerisch-kulturellen Nutzung anmieten – bis der Bagger kommt.
Zwischen allen betroffenen Einrichtungen in der unteren Haslacherstraße findet ein reger Austausch statt und wir hoffen, dass auch für die anderen ansässigen Initiativen eine gute Lösung gefunden wird, damit die seit Jahren sehr wertvolle und kulturell fruchtbare Nachbarschaft und Vernetzung bestehen bleiben kann.
Wir danken euch für eure Unterstützung, die vielen guten Gespräche, Tipps und Hinweise und für das zusammen Feiern, das uns die Kraft gibt, weiterzumachen.
Ohne Euch wäre der Slow Club sowieso niemals möglich.
Bis bald...
Long live Slow Club. 🖤
Euer Club der Herzen
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